Leben mit Chemikalien Unverträglichkeit

 

Menschen atmen in Parfümen

Waschmittel hellen auf

Kunststoffe bereichern unser Leben

Farbe dünstet aus

Kleber halten fest

 

mcs

Multiple chemical sensitivity

csn

chemical sensitivity

 

chemical hurt people

Kanarienvögel

 

ich kann mir die Welt nicht mehr schön reden

Die Menschen leben auf der Erde

 

Eigentlich zerstört kein normal denkendes Wesen

 

sehendes Auges

seinen eigenen Wirt

 

Eindrückliche Lebensverläufe beschreibt die Webseite: Betroffene berichten aus ihrem Alltag - www.shics.de

 

MCS

Möglicherweise kann ich

irgendwann keine Bücher mehr lesen

 

Meine Augen mögen es können

Meine Haut nicht mehr

 

Ja, ich habe Angst

Angst vor meiner Art der Existenz

 

Deshalb suche ich Worte

die ich bewahren kann

 

Die zu mir sprechen

wenn Papier aus meinem Leben

verschwindet

 

 

 

 

Bei einer akuten Verschlechterung habe ich das tatsächlich erlebt. Dieses Gefühl....so unbekannt, so irreal...keine Zeitungen mehr anfassen zu können (selbst mit Handschuhen nicht - wegen des Geruchs). Keine Vorfreude auf ein neues Buch, zeitweise noch nicht mal gebrauchte Bücher..... Das mühsame Lesen mit Maske und Handschuhen, die Konzentration die kaum ein paar Seiten zulässt....und die Möglichkeit vor Augen - keine Bücher mehr lesen zu können.

Die Haut schmerzt beim Berühren, die Bewusstseinsstörungen kommen durch die Dämpfe...das geschriebene Wort wird zur Gefahr...das gesprochene Wort durch einen Menschen mit Parfüm auch....mcs kann einsam machen.

Manche können nur lesen, wenn sie das Buch unter einen Glaskasten legen...

Ganz persönlich wurde mir damals klar...jetzt, in der Mitte meines Lebens kann ich nur noch auf all das zurückgreifen was ich einmal in meinem Leben gelesen habe, all die Worte die noch in mir sind - müssen reichen um mich über den Rest meines Lebens zu tragen.

Aufgrund der permanenten Verschlechterung 2014 - haben wir uns eine neue Wohnung gesucht - kaum lebten wir 5 Monate in jener Wohnung, mussten wir uns wegen meines sich stets verschlechternden Gesundheitszustandes entscheiden nochmals umzuziehen. Oft bleibt den Betroffenen kaum eine andere Möglichkeit als über einen Orts/Wohnungswechsel nochmals eine Besserung oder zumindest keine weitere Verschlechterung zu erfahren. (Nicht jeder hat jedoch diese Möglichkeit!)

Mit dem Risiko vor neuen Herausforderungen zu stehen, mit einem imensen Kräfteaufwand in diesem Zustand erneut umzuziehen....zu packen...wo lagert man die Kartons? Kann ich die Sachen, insbesondere Kleider dann überhaupt noch nutzen, wagten wir diesen weiteren Schritt

Nach dem Umzug vertrug ich kaum ein Kissen oder eine Decke, kaum meine eigenen Kleider - die Welt wird da sehr sehr klein.

Zum Glück war die neue Wohnung eine gute Entscheidung und nach einigen Monaten liesen die Symptome, zumindest die die mcs betreffen, innerhalb der Wohnung nach....und langsam war es wieder möglich einige Seiten ohne Maske zu lesen (von gebrauchten Büchern)....es braucht zwar noch Handschuhe, insbesonders bei neuem Schreib- oder Kopierpapier - aber wir stellten auch konsequent um. Nicht nur die Produkte im Haushalt - auch was das soziale Leben betrifft.... .....ganz tief drinnen bleibt die Angst...was wenn ich diesen Ort wieder verlassen muss? Der Radius wird sehr, sehr klein...aber ich weiß dass es Menschen gibt, die noch nicht einmal einen für sie sicheren Wohnraum haben!

 

Für meinen Partner, wie für meine Tochter ist das nicht immer leicht....

 

 

 

Mein Leben, verläuft im Haus und in unserem kleinen Garten. Manchmal schleicht die Angst heran, was wenn ich hier fort müsste? Abgesehen von den Einschränkungen durch mcs, bin ich durch die Entkräftung durch cfs - nicht mehr in der Lage mir neuen, passenden Wohnraum zu suchen.

Was wenn ich in eine Klinik müsste? Schon der Besuch einer Arztpraxis kann zu einer Verschlechterung führen - darüber nachdenken darf ich nicht wirklich.

Warum ich das schreibe?....Weil es nicht nur mir so geht...und es manchen noch viel schlechter geht, weil die Art der Einschränkungen kaum von außen begreifbar sind....weil es noch nicht einmal eine Anerkennung der Erkrankung gibt...wieviele müssen noch so leben....bis wir verstehen, wie unbedacht wir mit der Erde und den Menschen umgehen.

 

Solche Stoffe befinden sich in Alltagsgegenständen:

 

Nickel(II)-sulfat      Schmuck, Knöpfe, Reißverschlüsse, Besteck, Armbanduhr, Brillenbügel
Duftstoff-Mix         Kosmetika, Parfüms, Waschmittel
Perubalsam           Duftstoff in Kosmetika, Medikamenten zur äußerlichen Behandlung, Tabak
Thiomersal            Konservierungsmittel in Impfstoffen, Augentropfen
Kobalt(II)chlorid     Schmuck, Knöpfe, Reißverschlüsse, Armbanduhr, Zement, Bleich- und Haarfärbemittel
Wollwachsalkohole Salben, Cremes, Druckfarben, Möbelpolitur
Kolophonium         Papier, Heftpflaster, Klebstoffe, Polituren, Kosmetika
p-Phenylendiamin   Haarfärbemittel, Farbstoffe, Druckfarben
MDBGN/PE Konservierungsstoff in Kosmetika und Medikamenten zur äußerlichen Behandlung
Kaliumdichromat     Zement, Leder, Imprägniermittel, Galvanisation
Thiuram-Mix           Vulkanisationsbeschleuniger in Gummi
Formaldehyd          Desinfektionsmittel, Kunststoffe


Quelle: Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK)