Die Beseelung der dunklen Jahreszeit

 

 

Herbst 2015 - Herbst 2016 - Herbst 2017

 

 

Der Herbstkobold

 

 

Hat mich erwischt

 

Das Licht zieht sich zurück

 

Mein Leben zwischen den

Wänden beginnt

 

Der Blick nach draußen

Zeigt mir Grenzen

Immer mehr Grenzen

 

Mir fehlt

Der weiche Sommerwind

 

Blauer Himmel

Zum Mit-träumen

 

Mir fehlt Sehnsucht

Mir fehlt

 

Erinnerung

An Leben

 

 

 

 

 

 

Die Tage vergehen

 


Sie werden nicht mehr gezählt

Die Nächte vergehen

 


Sie werden nicht mehr gezählt

Die Sonne zieht sich zurück

 


Der Herbst rückt nah

 


Mit dunklen Tagen

 


Allein das manch blutrote Blatt


Erinnert an Säfte und Kräfte des Lebens

 

 

 

 

 

 

Der Sommer geht zu Ende

 


Erstes Laub fällt
Auf noch dampfende Erde


Der Sommer geht zu Ende
Das Licht zieht sich zurück


Wenn ich nicht einsam und verlassen
mich halten will


An Sommers nicht gelebten Träumen
Geh ich denselben Weg


Tief in meine Zellen
Ist meine Lebenskraft verborgen


Findet seit Jahren


Nicht Den Weg
Zu mir zurück


In verstummter Außenwelt
Geh ich
Such ich


Ströme in mir


Die sich nicht bündeln

 

 

 

 

 

 

Herbst 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das zu lieben was ist

Und nicht das was sein könnte

Wer war ich bevor ich zu dem geworden bin, was ich bin?

Dieser Körper ist mein zu Hause

In ihm wirken meine Kräfte

Der Welt hin

Der Welt weg

Doch wo will ich hin

Wenn nicht zu mir

„Bei sich ankommen, als sei man bei sich zu Hause...“

Ich bin willkommen

Ich bin willkommen in der Welt

Ich bin bei mir willkommen

Diese Worte flüstere ich mir zu

In der Nacht wenn ich nicht schlafen kann

Das in der Welt willkommen sein….ich weiß es nicht…aber wenn nicht dort, dann wenigstens bei mir

Ich bin doch auch…etwas in mir ist….ich spüre doch dass etwas in mir i s t

 

 

 

 

 

 

Traure   

              Traurig

Trau mich

 

Hab den Sommer verloren

Nicht weil es Herbst wird

Hab den Sommer verloren

Als ich ein Stück meiner alten Kraft

Ein bißchen Weh geh sang die paar Meter Schritte..

Die ich gehen konnte….draußen mit Wind im Gesicht

Hab den Sommer verloren

Liege wieder, schleppend der Gang

 

Trauer

                Traurig

Trau mich

 

Ob ich mich wieder trau?

 

Wenn die Welt ein bisschen willkommen haucht?

Für ein paar Sommerge(h)danken

 

 

 

 

 

 

 

Was mich beruhigt…wenn ich mir zuflüstre: Die Taoisten glauben, dass das Göttliche überall ist, in der uns alle umfassenden Energie. „Der Weg und die Nähe zu dieser göttlichen Energie ist extrem kurz, besser gesagt gleich Null. Und eigentlich noch weniger als Null, denn nichts ist von ihr getrennt oder fern – jeder ist es! Jede Zelle, jeder Atemzug, jeder Herzschlag, jeder Gedanke, jedes Gefühl ist universelle Energie. Und es heißt wir müssen uns Gott (oder dieser universellen Energie) nicht zuwenden, geschweige denn nach ihr suchen, und schon gar nicht können wir uns von ihr abwenden. Wohin sollten wir auch gehen – wo sie nicht wäre“…

aus der Kosmische Wissensspeicher von M. und K. Holitzka

 

Oder wie mir eine liebe Freundin in einer schwierigeren Zeit zur Ermutigung schrieb: Jesus spricht: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch....euer Herz erschrecke sich nicht...."

 

 

 

 

 

 

Und so geh ich in den Herbst und vergesse den Sommer nicht...so ist der neue Herbst...um ein weiteres Jahr..

 

 

 

Herbst 2017

 

......mal schaun....demnächst meine Gedanken dazu........

 

 

 

 

Draußen wird es kälter und dunkler

Eine Schwierigkeit mit cfs  ist die Temperaturregelung des Körpers. Er friert schneller, kann sich schlecht wieder erwärmen und das ganze benötigt Kräfte die von der jeweiligen Tagesreserve wieder abgezogen werden.

 

Der Blick nach draußen ist ein Abwägen…

 

Früher war ein warmes Bad – gerade in der Herbst-Winterzeit ein sinnlicher Genuss – inzwischen ist das aufgrund des Kreislaufes und der totalen Entkräftung des Körpers danach – nicht mehr möglich.

 

Bleibt eine warme Dusche….wohlgemerkt am Nachmittag – denn der Körper benötigt enorm viel Energie um seine Temperatur danach wieder hochzuregeln – frierend – erschöpft – unter mehreren Decken – kann das bis zu zwei Stunden gehen – weitere Tätigkeiten sind dann nicht mehr möglich.

 

Und jetzt wird es also Herbst – die Möglichkeiten der Gartenbeschäftigung nehmen ab und die Entkräftung durch nasskaltes Wetter und Kälte zu, das Licht schwindet…. so viele Kräfte….dass es abzuwägen ist.

 

Diese Zeit ist aber nicht einfach mit einem Buch zu ersetzen…mit Gesprächen mit Freunden…dazu reichen die kognitiven Kräfte nicht

Die permanente Koordinierung von nicht „zu viel“ aber auch nicht „zu wenig“ Aktivität – wird komplexer und mühsamer.

 

Die Gefahr von Monotonieeffekten im täglichen Leben nehmen zu. Monotonie ist ein psychischer Zustand herabgesetzter zentralnervöser Aktiviertheit und kann durch die Gleichförmigkeit des Alltags es zu zusätzlichen Herabminderung der schon nur in Maßen vorhandenen Wachheit führen. Längerfristige Unterforderungen oder ungenügende emotionale und motivationale Stimulierung – kann auf die Stimmung schlagen. Im Gefolge der Monotonie vermindert sich der Wachheitsgrad weiter, der Aufmerksamkeitsumfang wird eingeengt die Motorik verlangsamt sich und die Koordination verschlechtert sich deutlich.

 

Zu der schon bestehenden Entkräftung – der Stimmungsabsenkung die ja auch bei Gesunden in Richtung Herbst eintreten kann – kommt eine weitere Ermüdung dazu.

 

Ein weiteres Jahr der Erkrankung schließt langsam seinen Kreis – ein Leben von dem man gar nicht wusste dass es existiert – reiht sich in den wiederkehrenden Jahresrhythmus. Jahr um Jahr, Monat um Monat und Tag um Tag.

 

Wenn ich von „man“ schreibe, schreibe ich von mir – manchmal brauche ich eine gewisse Distanz. Die Energien sinken in die Erde ab – hat man (ich) das früher rituell gefeiert…frage ich mich - wie ein entkräfteter Geist durch diese dunkle Zeit kommen soll – und ob er wohl im Frühjahr wieder erwacht?

 

Die Frage ist ganz pragmatisch – der Mensch/das Gehirn braucht Interesse und Verbindung zur Welt – Möglichkeiten darin gestaltend zu wirken und sei der Radius auch noch so klein.

 

Der Gedanke der in mir auftaucht…und ich schreibe das weil das ein Prozess ist von dem ich auch nicht weiß wie er sich gestalten wird – ist das Wort Inspiration - unter Inspiration (lateinisch: inspiratioBeseelung‘, ‚Einhauchen‘, aus in ‚hinein‘ und spirare ‚hauchen‘, ‚atmen‘; vgl. spiritusAtem‘, Seele, Geist; versteht man allgemeinsprachlich eine Eingebung, etwa einen unerwarteten Einfall oder einen Ausgangspunkt künstlerischer Aktivität.

 

 

Weiterhin finde ich unter dem Wort – als Folge der Inspiration – lebendiges, elektrisierendes, waches Empfinden. Lebendig, Elektrisiert, Wach – viele Menschen – draußen – in der Welt der Gehenden und sich Bewegenden – sehen mir auch nicht immer lebendig aus – elektrisiert – zum Teil sehr Müde.

 

Sie sollten aufpassen – eine Steigerung von Müde – zur völligen Entkräftung geht immer.

 

Im Hamsterrad voller „notwendiger“ Verpflichtungen rennen sie ihrem Körper davon – so sagt zwar ein indianisches Sprichwort:„Reise langsam, sonst kommt deine Seele nicht mehr hinterher“.

 

So reise ich inzwischen so langsam dass selbst meine Seele einzuschlafen beginnt. Die Menschen draußen wiederum rennen so schnell – dass ihre Seele wahrlich nicht mehr mitkommt.

 

Mir verfliegt auch die Erinnerung – nachts in meinen Träumen (und ich weiß welcher Luxus das ist – dass ich inzwischen wieder einige Stunden am Stück schlafen kann) – reise ich - bin unterwegs – wenn ich auch nie weiß wohin – oder wo ich herkomme oder wo ich wohne.

 

Es gibt Bilder wie ich früher getanzt habe – ich erinnere mich – aber nicht mehr von Innen – die Kraft und die Dynamik der Bewegung – ich erinnere mich – Schritt für Schritt durch den Wald – eine Wiese – eine schöne Mooslandschaft….ich erinnere mich – aber davon finde ich in meinen Zellen nichts mehr.

 

Es ist ein Prozess – von dem auch ich nicht weiß wie ich über den Winter komme – eine Ablenkung ist ja kaum möglich – ich bin dankbar einen Platz zum Leben zu haben – trotz mcs

 

Im Moment aber spüre ich die Grenzen nach draußen sehr stark und sie tun mir weh.

 

Ich sehe nur die Chance meinen inneren Kosmos zu erleben – hier das Gefühl von Weite – aber es kommt mir manchmal vor wie in einer isolierten Raumkapsel. Es gelingt mir nicht immer – diese innere Weite – ich werde sie suchen – eine andere Chance sehe ich nicht.